Berufswege zum Fachwissenschaftler

Fachwissenschaftler werden:

Schritte und Perspektiven

Der Beruf Klinischer Chemiker wird von der „Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin“ (DGKL) sowie vom Gesetzgeber als eine medizinisch-wissenschaftliche Tätigkeit definiert. Damit steht die Weiterbildung zum Klinischen Chemiker vielen Personen mit einer abgeschlossenen naturwissenschaftlichen Ausbildung offen.

Wissenschaftler hält Vortrag am Whiteboard

Wie wird man Fachwissenschaftler?

Um eine Anerkennung als Klinische Chemikerin oder Klinischer Chemiker der DGKL zu erlangen, müssen Interessenten die folgenden Voraussetzungen erfüllen.

Die Zugangsvoraussetzungen für die 5-jährige Weiterbildung zur Klinischen Chemikerin bzw. zum Klinischer Chemiker umfassen:

  1. Nachweis einer formal naturwissenschaftlichen Ausbildung:
    • Diplomstudium oder universitäres M.Sc oder Promotion.
  2. Beschäftigung an einer anerkannten Weiterbildungsstätte
    • Siehe hierzu die Liste der Weiterbildungsstätte auf der Webseite der DGKL-Akademie
  3. Registrierung der Weiterbildung bei der DGKL-Weiterbildungskommission
  4. Wissenschaftliche Tätigkeit während der Weiterbildung: zwei Publikationen während der Weiterbildung sind vorzuweisen
  5. Absolvierung des Repetitoriums „Klinische Chemie“ im Rahmen der Weiterbildung
  6. Prüfung nach abgeschlossener fünfjähriger Weiterbildung: DGKL-Prüfungskommission

Ausführliche Informationen finden Sie auf der Webseite der DGKL.

Sollten Ihre Interessen in einem verwandten labormedizinischen Bereich liegen, stehen Ihnen auch weitere medizinische Weiterbildungen offen. So können Sie auch eine Weiterbildung zum Fachmikrobiologen (DGHM/BÄMI), Fachhumangenetiker (GfH), Fachimmunologen (DGFI), Fachvirologen (GfV), Toxikologen (GT oder GTFCh oder DGPT), Biostatistiker bzw. Epidemiologen absolvieren.

Warum sich die Mühe machen?

Die Weiterbildung zum Fachwissenschaftler ist ein zentraler Baustein auf dem Weg in eine medizinisch-labordiagnostische Laufbahn. Sie ist anspruchsvoll, bringt aber wesentliche Vorteile.

  • Erlangung medizinischer Kenntnisse, die für Ihre medizinische Labortätigkeit oder eine wissenschaftliche Tätigkeit bei Betreuung klinischer Studien essenziell ist
  • Verbesserte Vergütung – In vielen medizinischen Laboren des öffentlichen und privaten Rechts ist die erfolgreich abgelegte Fachprüfung eine gute Grundlage für Gehaltsverhandlungen
  • Berechtigung für Leitungsfunktionen in medizinischen Laboratorien
  • Deutschlandweite uneingeschränkte Anerkennung der Zusatzqualifikation für die Arbeit in einem medizinischen Labor
  • Erhöhte Chancen auf Anerkennung Ihrer Qualifikation und Erfahrung im EU-Ausland

In unserer Broschüre finden Sie Erfahrungsberichte aus der Praxis.

„Medizinisches Labor“

Neue universitärer Masterstudiengang

Mit dem berufsbegleitenden und postgradualen Masterstudiengang „Medizinisches Labor, M.Sc.“, der zum Wintersemester 2026/2027 an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig eingerichtet werden soll, wird ein einheitliches Qualifikationsniveau für im medizinischen Labor tätige Naturwissenschaftler und Naturwissenschaftlerinnen geschaffen. Ziel des Studiengangs ist eine qualitativ hochwertige und praxisnahe postgraduale Ausbildung in medizinischen Grundlagen und labormedizinischem Fachwissen.

Die Kombination des universitären Masterabschlusses mit der praxisorientierten Weiterbildung im medizinischen Labor gemäß dem Weiterbildungskatalog der DGKL und der GfH schafft die optimale Grundlage für ein eigenverantwortliches Arbeiten als Fachwissenschaftler (z.B. Klinischer Chemiker) und steigert somit die Attraktivität des Berufsbildes. Die erste Matrikel ist für das Wintersemester 2026/2027 geplant.

Der Studiengang trägt dazu bei:

  • das Qualifikationsniveau von Naturwissenschaftlern mit fachmedizinischer Weiterbildung (Klinische Chemie, Mikrobiologie, Humangenetik usw.) zu vereinheitlichen,
  • eine strukturierte Ausbildung in medizinischen und methodischen Grundlagen zu bieten
  • fundierte Kenntnisse der Qualitätssicherung in der labormedizinischen Patientenversorgung zu vermitteln
  • Laborberufe als Karriereoption für nicht-ärztliche Fachwissenschaftler fördern

Der postgraduale Studiengang richtet sich vorrangig an Absolventinnen und Absolventen natur- und lebenswissenschaftlicher Masterstudiengänge, die bereits im Bereich der labormedizinischen Diagnostik oder Forschung tätig sind oder eine entsprechende Tätigkeit anstreben – etwa im Rahmen einer Weiterbildung in der Labormedizin oder der Humangenetik. Der Masterstudiengang wird gefördert durch die Stiftung für Pathobiochemie und Molekulare Diagnostik (SPMD) der DGKL.

Diverse Proben im Labor

Nähere Informationen erhalten Sie hier:

Medizinische Fakultät
Härtelstrasse 16-18, 04107 Leipzig
Telefon: 0341-97 16283
E-Mail: msc@zks.uni-leipzig.de

Die Einführung des Studiengangs zum Wintersemester 2026/27 steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Gremien der Universität Leipzig. Der Bewerbungsstart ist für Mai 2026 geplant.