Da berufliche Weiterbildungen in den Zuständigkeitsbereich der Bundesländer fallen, bleibt bis heute ein Eintrag in das Register der Heilberufe aus. Dies hat direkte Auswirkungen auf unseren Berufsalltag sowie auf die individuelle Gestaltung des Karrierewegs. So dürfen die Fachwissenschaftler beispielsweise keine Blutentnahmen oder Patientenaufklärungen aus eigenem Recht durchführen. Eine selbständige Tätigkeit ohne ärztliche Aufsicht etwa eines Facharztes für Laboratoriumsmedizin, Humangenetik oder Mikrobiologie – ist ebenfalls nicht möglich.
Um diese und weitere berufspolitische Fragen zu klären und den Status unseres Berufsstandes nachhaltig zu verbessern, ist die Arbeit der BNLD unverzichtbar. Wir haben hierzu bereits zahlreiche Gutachten erstellt und arbeiten aktiv an der Etablierung des neuen berufsbegleitenden Masterstudiengangs „Medizinisches Labor“ an der Universität Leipzig mit, um langfristig die Voraussetzungen für eine Integration des Berufs in die Heilberufsgesetze zu ermöglichen.
Zudem kooperiert die BNLD im Rahmen ihrer berufspolitischen Zielsetzung eng mit weiteren Gruppen, Gremien und Fachverbänden, darunter dem Netzwerk der Fachwissenschaftler in der Medizin (NfM e.V.). Das NfM teilt die zentralen Werte und Ziele der BNLD und bietet eine Plattform für den fachlichen und berufspolitischen Austausch zwischen verschiedenen Vereinigungen naturwissenschaftlicher Fachberufe, die in der Labormedizin, Humangenetik und Reproduktionsbiologie tätig sind. Darüber hinaus organisiert das Netzwerk Fortbildungsveranstaltungen, die fachübergreifend Führungskompetenzen vermitteln und vertiefen.